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Filmreihe zur Revolte von 1968

Shutdown G8 2007 in Heiligendamm

"Mov(i)e against" lässt für euch die 68er-Bewegung und ihre Kämpfe noch einmal im Film Revue passieren: APO und Vietnam, Internationalismus und bewaffneter Kampf, Betriebs- und Frauenkampf … . Eine Zeit, die viele bewegte und vieles in Bewegung setzte, auch wenn der Traum von der Revolution schon in der Revolte zerplatzte.
Neben den Filmen wird es in den Monaten Mai und Juni in der Desi zum Thema „40 Jahre `68“ auch eine Podiumsveranstaltung und eine Lesung geben. Zu einigen Filmen haben wir auch Aktive von damals eingeladen. Achtet also auf weitere Veranstaltungsankündigungen.

Ach ja, noch was: Eintritt natürlich frei !

Donnerstag, 17. April, 21.00 Uhr
Spielfilm zu Tupamaros

Als die Tupamaros, die Stadtguerilla Uruguays, einen US-Bürger in Montevideo entführen, versteht zunächst niemand die Hintergründe dieser Tat … Der Film ist ein packender Politkrimi. Er schildert die sozialen und politischen Zustände in einem südamerikanischen Land und kritisiert die Praktiken der us-amerikanischen Weltmachtpolitik. Der Film bezieht sich auf den authentischen Fall eines US-Agenten, der 1970 in Uruguay als Entwicklungshelfer getarnt das diktatorische Regime unterstützte.

Donnerstag, 15. Mai, 21.00 Uhr
Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen
BRD 1978, Regie: Cristina Perincioli, 75 min


„Als ich 1974 in England die ersten Häuser für misshandelte Frauen sah, begann ich in Berlin Frauen zu Gewalt von Partnern zu befragen und fand ein nie geahntes Ausmaß an Misshandlung. Wir – Frauen aus der Frauenbewegung und engagierte Journalistinnen – fingen nun an, die öffentlichkeit zu mobilisieren. 1976 entstand in Berlin das erste Frauenhaus. 1978 drehten wir diesen Film zusammen mit Frauen aus diesem Frauenhaus. International erfolgreich verstärkte der Film die Frauenbewegung in Deutschland, Australien, Kanada, den USA, der Schweiz, österreich, Schweden und Indien. Der Titel wurde zur Parole.“ (Cristina Perincioli)

Donnerstag, 29. Mai, 21.00 Uhr
Sir! No! Sir! - US-Militärs gegen den Vietnam-Krieg
USA 2005, Regie: David Zeiger, 55 min

Am 6. November 1965 trug Leutnant Henry Howe auf einer Antikriegs-Demonstration ein Transparent mit der Aufschrift „Beendet die faschistische Aggression von Präsident Johnson in Vietnam“. Howe wurde deswegen von einem Standgericht zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Seinem Beispiel folgend, kamen Hunderte weitere Soldaten für ihren Widerstand gegen den Vietnamkrieg ins Gefängnis. Diese Bewegung hatte 1971 ein derartiges Ausmaß angenommen, dass eine Kommission des Pentagons zu der Auffassung gelangte, über die Hälfte der in Vietnam kämpfenden Truppenmitglieder sei gegen den Krieg. Zwischen 1967 und 1973 desertierten 503 926 Soldaten und Wehrpflichtige. Dennoch versuchen Regierung, Medien und die amerikanische Gesellschaft nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen und dem Fall von Saigon diese Tatsachen aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen. Ausgehend von Aussagen zahlreicher Veteranen aus der Bewegung der Kriegsdienstverweigerer sowie von Dokumentarfilmen aus den 70er Jahren rekonstruiert Filmemacher David Zeiger die zehn Jahre der amerikanischen Beteiligung am Vietnamkrieg und die Protestbewegung dagegen.

Donnerstag, 19. Juni 21.00 Uhr
Die Geschichte eines Toten
BRD 2004


Es war das spektakulärste Attentat der Nachkriegsgeschichte. Die Entführung und Erschiessung des Arbeitergeberpräsidenten Hans Martin Schleyer durch die RAF im sogenannten "deutschen Herbst". Der Film zeigt die Biographie des ehemaligen SS-Unterstürmführers Schleyers, der seine Karriere im Nationalsozialismus begann und später zu den Scharfmachern der deutschen Wirtschaft zählte. Schleyer war mit seiner Geschichte quasi ein "Magnet" für eine Entführung durch die RAF.

Donnerstag, 17. Juli, 21.00 Uhr
Pierburg - ihr Kampf ist auch unser Kampf
BRD 1974/75, Dokumentation, 49 min

Am 13. August 1973 legten Arbeiterinnen und Arbeiter bei der Pierburg AG in Neuss, vor allem migrantische Frauen, die Arbeit nieder – ohne dass eine Gewerkschaft offiziell zum Streik aufgerufen hätte. Die Bosse holten als erstes die Polizei und der Neusser Polizeidirektor erklärte: „Eine wilde Arbeitsniederlegung gilt als Revolution!“, um ein repressives Eingreifen zu rechtfertigen. Trotzdem konnten sich die ArbeiterInnen hier durchsetzen, weil es im Streik gelang, die Spaltung nach Herkunft und Geschlecht zu überwinden.