RL Titelbanner
ARCHIV - Ältere Beiträge:  -  März 2007
Navigation

Inhalt
Internationales
G8 2007
Antifa, Antira
Archiv
Wandzeitung

Sonstiges






















Gegen die Delegitimierung jeglicher Kapitalismuskritik!

Freiheit

Solidarität mit den Gefangenen der RAF

Seit Anfang des Jahres wurde in deutschen Medien immer wieder über Gefangene der (ehemaligen) RAF diskutiert und von ihnen ein Reuegeständnis gefordert, an welches manche Politiker am liebsten ihre Freilassung koppeln möchten.
Vor ungefähr zwei Wochen entgleiste diese mediale Diskussion dann anhand einer Grußbotschaft, die der Gefangene Christian Klar bereits im Januar an die Rosa Luxemburg-Konferenz in Berlin gerichtet hatte, vollends. Klar habe „nichts gelernt“und solle am besten nie wieder entlassen werden – dies sind unverhüllte Forderungen nach einer „Gesinnungshaft“. Natürlich, die momentane Debatte wird bald vorüber sein, nicht aber die Bemühungen, Kapitalismuskritik zu diffamieren. Es heißt nun, das wer für die Überwindung der Klassengegensätze sei, ein „Ewiggestriger“ wäre, quasi ein Fossil längst vergangener Zeiten.
In der öffentlichen Meinung werden linke, antikapitalistische und sozialistische Positionen in ein Licht der Kriminalität und des Terrorismus gerückt - diese Strategie ist zwar nicht neu, erlebt aber momentan ein beispielhaftes Revival. 30 Jahre nach dem Deutschen Herbst, soll nun linke Geschichte einmal mehr delegitimiert und als überwunden dargestellt werden.
Die RAF - welchen Standpunkt man auch zu ihr hat- gehört zu dieser Geschichte dazu. Und es geht auch um den Versuch, heutige Widerstandspraxis zu verhindern: Im Dezember 2001 definierte die EU Straftaten die "mit dem Vorsatz begangen werden, (...) die politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Strukturen dieses Landes bzw. dieser Länder ernsthaft zu schädigen oder zu zerstören, als terroristische Straftaten (...)".
Damit ist auch jede revolutionäre/antikapitalistische Politik als terroristisch definierbar. In der Tschechischen Republik wurde bereits ein kommunistischer Jugendverband verboten, weil er in seinem Programm als Ziel die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft stehen hat. (In Deutschland werden immer häufiger linke Demonstrationen von staatlicher Seite angegriffen und ihrer geschriebenen Rechte beraubt.
In Hannover z.B. müssen angemeldete Demonstrationen auf Gehsteigen abgehalten werden und Lautsprecherdurchsagen dürfen nach Auflagenbescheid nur so laut sein, dass sie die VeranstaltungsteilnehmerInnen mitbekommen, womit die Demonstration jeglichen Außenwirkung (und damit ihren eigentlichen Sinn) verliert.) Auch die Forderung nach „Online-Hausdurchsuchungen“ durch Polizei-Trojaner (Ausspähen von Computern durch das Internet) ist Teil der Sicherheitsstrategie des imperialistischen Projekts Europa.
Dass es aktuell massiven Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung - kurz gegen den Kapitalismus - gibt, das lässt sich auf dem ganzen Erdball leicht feststellen. Nicht zuletzt können wir es im Juni 2007 in Heiligendamm erleben, wo Abertausende gegen das G8-Treffen aufstehen werden. Bei der Hetzkampagne, die im Moment durch die bürgerliche Medienlandschaft geistert, handelt es sich nicht zuletzt um einen Versuch, wenige Monate vor den Protesten gegen das G8-Treffen, linke Positionen zu diffamieren.
Der Intendant des Berliner Ensembles Claus Peymann brachte den Einwand gegen diese Kriminalisierung und Entpolitisierung auf den Punkt: In seinem Grußwort an die Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz spreche Klar das aus, was der weitaus größte Teil der Weltbevölkerung außerhalb von Westeuropa und Amerika denke, sagte Peymann. «Es kann ja nicht sein, dass dieses kapitalistische System von Korruption und Verantwortungslosigkeit der Weisheit letzter Schluss ist. Wer einen halbwegs klaren Kopf habe, der wisse, dass dieses System geändert werden müsse.»

Linke Politik verteidigen!
Finger weg von unserer Geschichte!
Freiheit für Christian Klar und alle politischen Gefangenen!
Vollenden wir die Niederlage der Pläne des Kapitals und machen die Tür für eine andere Zukunft auf !

Samstag, 10.03.2007
16:30 Uhr
Lorenzkirche