Monatsarchiv für Juni, 2007

1:0 für die Bewegung – Get the spirit of Rostock

Wir sind Teil derjenigen, die vom 2. – 8. Juni in und um Rostock und rund um den Zaun von Heiligendamm ihre Ablehnung und Null-Toleranz mit der Politik der G8-Staaten in den unterschiedlichsten Aktionsformen zum Ausdruck brachten. Wir sind Teil derjenigen, die trotz massiver Repression, Stimmungsmache und Hetze uns nicht davon abbringen ließen, ihr Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit während der gesamten Tage durchzusetzen. Wir sind Teil derjenigen, die sich als eine globale Bewegung begreifen, seit Seattle und Genua nicht zur Ruhe kommen und auch nach Rostock nicht still zu kriegen sind. Wir sind Teil derjenigen, die sich mit dem Ist-Zustand dieser Welt – nämlich permanenter Ausbeutung und Unterdrückung nicht länger zufrieden geben wollen.

Zusammen mit 60.000 anderen, trotzten wir sämtlichen Kriminalisierungsversuchen im Vorfeld, wie den bundesweiten Hausdurchsuchungen, und demonstrierten am 2. Juni durch die Straßen Rostocks, um unserer Forderung nach einer Welt jenseits kapitalistischer Verhältnisse Gehör zu verschaffen. Trotz militärischen Ausnahmezustands und polizeilicher Dauerprovokation forderten wir am Montag zusammen mit 15.000 anderen das Bleiberecht und globale Bewegungsfreiheit für alle.

Am Dienstag ließen wir uns trotz zunehmender Einschränkung der Demonstrations- und Versammlungsfreiheit nicht davon abbringen am Flughafen Rostock-Lage – an welchem die Delegationen ankamen – unsere Position, nämlich das klare eindeutige Nein zu Krieg und Folter gemeinsam mit 10000 anderen auf die Straße zu tragen.

Während der G8-Gipfeltage vom 06. – 08. Juni blockierten wir zusammen mit 20.000 anderen die Zufahrtsstraßen rund um Heiligendamm. Gemeinsam ist uns allen das eigentlich Unmögliche gelungen. Wir sind in die militärisch abgeriegelte Sicherheitszone rund um Heiligendamm ein- und bis zum Zaun vorgedrungen. Dass wir dies geschafft haben, ist das Werk all derjenigen, die trotz der zahlreichen Einschüchterungs- und Spaltungsversuche seitens der bürgerlichen Medien, seitens der eskalativen Polizeitaktik und seitens der etablierten Parteien, sich nicht davon abbringen ließen, ihre Form der Delegitimation der G8 und ihre Form des Widerstands dorthin zu tragen, wohin sie gehört: auf die Straßen vor Heiligendamm, auf die Zufahrtsstraßen zum Gipfel der Ungerechtigkeit.

Wir bedanken uns bei all denjenigen, die die kraftvollen Tage des Widerstands in Rostock zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen; die dafür gesorgt haben, dass all das, was wir uns in diversen Aktionskonferenzen, Vorbereitungstreffen und schriftlichen Aufrufen zum Ziel gesetzt haben, tatsächlich eingetreten ist, in den Camps, auf den Straßen, in den Bündnissen usw. Wir gratulieren all denjenigen, die den Mut hatten, trotz Wasserwerfer, Pfefferspray und Tränengas den Weg durch die Felder bis zum Ziel zu gehen. Und wir bedanken uns bei all denjenigen, die die unermüdliche und unsichtbare Arbeit im Hintergrund geleistet haben, die in den Voküs geschnippelt und gekocht haben, die in den Camps die Dixies geleert und die Camps vor polizeilichen und faschistischen Übergriffen geschützt haben, die die Verletzten versorgt und die Gefangenen unterstützt und anwaltlich beraten haben und die in den Medienzentren unsere Welt des Widerstands publik gemacht haben.

Weder im Vorfeld noch während der Tage des Widerstands ist es den zahlreichen Strategen gelungen, die vorhandene Solidarität durch eingeschleuste Debatten zu spalten. Nachdem die kapitalistische Herrschaft und damit auch die Gipfel der Herrschenden zunehmend an Legitimation verliert, setzen Politik und Medien alles daran fortschrittlichen, kämpferischen und antikapitalistischen Widerstand zu delegitimieren. Dazu gehört auch die unglaubwürdige und jeglicher Realität entbehrende Berichterstattung, die uns die Nürnberger Nachrichten (NN), die sich neuerdings als Sprachrohr des Verfassungsschutzes hervorzutun, über die Gipfelproteste und ihre Verankerung hier in Nürnberg bieten. Sie ist desgleichen Geistes Kind, das die Nürnberger Zivilgesellschaft als Augenzeuge selbst aus der Vergangenheit kennt. Die zahlreichen Blockaden gegen Nazis und Krieg, Demonstrationen gegen Sozialraub und das Treffen der Innenminister hier in Nürnberg, haben die meisten anders erlebt, als von der NN vermeintlich „unabhängig“ berichtet. So wurde ein Lagerfeuer versehen mit einem Foto aus Berlin schon einmal zur brennenden Barrikade. Solche Verdrehungen werden dann meist auch prompt von der Polizei benutzt um Grundfreiheiten einzuschränken – siehe z.B. das Demonstrationsverbot bei der lokalen Anti-G8 Demo vor der Novartis.

Die Rückendeckung für derart mediale Gewaltinszenierung wie sie die NN betreibt, kommt - wie hätte es anders sein können - von der CSU. Diese ist es, zusammen mit ihrer Schwesterpartei CDU, die reaktionäre Tendenzen bestärken und die autoritäre Herrschaft ausbauen. Bei vielen Aussagen v. Politikern dieser Parteien fragt man sich, ob nach 70 Jahren dort immer noch dasselbe Gedankengut herrscht. Verwunderlich ist es da nicht, wenn sich die örtliche CSU nach der Schließung des KOMM nun erneut zum Fürsprecher von Rechtsextremen macht und die Forderung der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ nach der Streichung der Mittel für die DESI aufgreift. Parteiliche Flüchtlingsarbeit ist ihnen genauso ein Dorn im Auge wie nonkonforme und nicht-marktgerechte Soziokultur.

Für die Zukunft gilt es nun, das was bei den Widerstandstagen rund um Heiligendamm erprobt wurde, weiterzuentwickeln und inhaltlich wie praktisch zu radikalisieren. Es gilt die praktischen Erfolge, die Ergebnisse eines gemeinsamen Handelns verschiedenster linker Kräfte und die (temporäre) gesellschaftliche Präsenz auszubauen und vor allem lokal zu verankern.
Nicht nur bei diesem Gipfel – einem Gipfel des Protests & Widerstands – auch hier vor Ort in allen Basisbereichen sollen, müssen und können erfolgreiche Kämpfe und die Solidarität untereinander realisiert werden, um gemeinsam Schritte zu gehen hin zu einer Welt jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung.
Dies ist ein Aufruf an uns alle!

Die G8 wurden delegitimiert – delegitimieren wir nun ein unvernünftiges Gesellschaftssystem!

All around the world we agree: make capitalism history!

15. Juni 2007 radikale Linke

Sommer, Sonne, Nazifest? NICHT MIT UNS!

Aktionstag gegen das NPD Sommerfest

16.06.2007 Nazis die Idylle nehmen

10.00 Uhr Kundgebung - Dorfplatz Schmidgaden
11.30 Uhr Antifaschistische Demo - Ab Dorfplatz Schmidgaden

Zwischen Schwandorf und Schmidgaden werden Shuttelbusse eingesetzt!

Laut Presseberichten kann die NPD aus rechtlichen Gründen die vorhergesehne Wiese in Schmidgaden voraussichtlich nicht als Veranstaltungsort für den Bayerntag 2007 nutzen.
Sollte das Verbot bestehen bleiben, dient der Bahnhofsvorplatz Schwandorf als Treffpunkt für AntifaschistInnen, um mit unseren Shuttlebus den Ausweichort der NPD im Landkreis Schwandorf anzufahren. Treffpunkt wäre in diesem Fall ab 10 Uhr.

Nähre Infos folgen auf: nobayerntag.blogsport.de 

13. Juni 2007 redside

Radio Z Sommerfest

Samstag, 16.06.2007 von 14-05 Uhr in der DESI
Brückenstrasse 23, 90429 Nürnberg

Und wieder ist es soweit! Radio Z lädt ein zum Füße hochlegen, mitmachen und chillen. Musik unterschiedlichster Spielarten, über Performance und Kino bis hin zu Installation, Interaktion und Kommunikation! So verschieden wie die Menschen, die sich hier zusammenfinden ist das, was sie hier suchen und erleben.

weiter Infos unter: www.radio-z.net

13. Juni 2007 redside

Die empresas recuperadas

eine argentinische Geschichte der ArbeiterInnenbewegung

Buchvorstellung und Erfahrungsbericht aus 5 Jahren Kampf und Selbstbestimmung.


Fr. 29.06.07 | 20:00 Uhr, Stadtteilladen Schwarze Katze


Die empreas recuperdas empresas recuperadas y gestionadas por sus trabajadores - damit werden in Argentinien Betriebe bezeichnet, die von ihren Arbeitern übernommen worden sind und von diesen in Form einer Kooperative selbstverwaltet ganz ohne Chefs weitergeführt wurden. Ein Phänomen, das eng mit den Wirren um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise in Argentinien verbunden ist. Diese Betriebe wurden zum Symbol einer neuen, nicht vom Profitdenken regierten Gesellschaft sowohl in Argentinien als auch im Rest der Welt.

Heute gibt es ca. 200 besetzte Betriebe in Argentinien, die sich in fast allen Sektoren von der Metallverarbeitung über die Lebensmittelindustrie, Textilindustrie bis hin zu Dienstleistungen im Gesundheitssektor oder dem Hotelgewerbe finden lassen. Jeder dieser Betriebe hat seine eigene Geschichte, so dass sechs Jahre nach der vieltönigen Revolte keine einheitliche Entwicklung der Betriebe ausgemacht werden kann. Die Entwicklungslinien jedes einzelnen Betriebes sind bestimmt durch zwei Faktoren: Die Subjektivität der ArbeiterInnen und die Objektivität der gesellschaftlichen Verhältnisse. Beide Aspekte bergen Herausforderungen und begründen damit die Unterschiedlichkeit der Entwicklung. Objektiv galt (und gilt) es ohne jede Form der Absicherung vielfach, Schrott in verwertbares Kapital zu verwandeln, um anschließend dem kapitalistischen Wettbewerb standhalten zu können. Subjektiv galt es, Ängste zu überwinden und die Herausforderung der Selbstbestimmung aktiv anzunehmen. Die ArbeiterInnen der besetzten Betriebe haben den Kampf gegen die Entwürdigung ihres Lebens aufgenommen.

Einer dieser Betriebe ist Chilavert. Eine Druckerei in Buenos Aires. Sie nahm ihren Betrieb nach einer siebenmonatigen Besetzung im Oktober 2002 auf. Am 4. April 2002 entschieden sich die Arbeiter, nachdem der Eigentümer versucht hatte, die Druckerei leer zu räumen, die Nacht in der Druckerei zu verbringen. Sie wussten in diesem Moment nicht, dass damit etwas neues beginnen würde.

Mehr als sieben Monate verbrachten sie in der Druckerei ohne Strom, Gas oder Telefon. Während dieser Zeit erhielten sie Unterstützung durch Nachbarn, asambleas barriales, andere empresas recuperadas, Arbeiter, Studenten und viele soziale Bewegungen. Am 17. Oktober 2002, nach einem langen, pausenlosen Kampf erhielten sie dank eines Gesetzes, welches im Stadtparlament verabschiedet wurde, ein Nutzungsrecht für 24 Monate. Am 25. November 2004 schließlich wurde diese vorübergehende Enteignung in eine endgültige Enteignung umgewandelt. Chilavert war damit eine der ersten Fabriken in Buenos Aires, die enteignet wurde.

Die Arbeiter von Chilavert sagen, dass sie dies erreichten, weil sie gezeigt haben, dass Arbeiter fähig sind, selbst bestimmt einen Betrieb zu führen. Dank der gegenseitigen Solidarität, aber auch der Unterstützung vieler unterschiedlicher gesellschaftlicher Kreise, ist es sogar gelungen, weit mehr als „nur“ die Aufnahme der Produktion zu realisieren.

Nach fünf Jahren Arbeiterselbstverwaltung ist es nun auch für viele Arbeiter an der Zeit gewesen, ein Fazit zu ziehen. Zusammen mit dem Fotografen und Journalisten Andrés Lofiego, welcher schon seit Jahren die Bewegung begleitet, haben die Arbeiter von Chilavert nun einen Bildband herausgebracht.

Auf 64 Seiten werden Eindrücke aus fünf Jahren Arbeiterselbstverwaltung in Argentinien vermittelt. Dabei greift der Autor nicht nur auf die Sprache der Bilder zurück, er zeigt mit vielen Zitaten das Innenleben der Fabriken, aber vor allem auch der ArbeiterInnen. Mit diesen Bildern will er einen, wie er sagt, „Blick aus den selbstverwalteten Fabriken“ (una mirada desde las fabricas autogestionadas) werfen.

In einer Vortragsreise durch Europa, mit Stationen in Italien, Deutschland, Polen, England und Spanien, möchte der Autor zusammen mit einem Arbeiter von Chilavert diesen Blick aus den Fabriken heraus auch hier bei uns wagen und aufzeigen, dass eine andere Welt möglich ist, dass die ArbeiteInnen in Argentinien einen Weg gefunden haben sich gegen ihre Ausbeutung und gegen Arbeitslosigkeit zu wehren.

11. Juni 2007 organisierte autonomie

Unity Means Power - Defend Köpi!

Kommt darum am 16. Juni nach Berlin zur internationalen Demo.
Auftaktkundgebung ist am Adenauerplatz um 14:00 Uhr.

Gegen die G8-Repression! * Köpi bleibt Risikokapital! * Linke Politik verteidigen!

weitere Infos findet Ihr auch unter: koepi.squat.net

Am 8.Mai 2007 wurde das autonome Wohn- und Kulturzentrum Köpi versteigert. DamitDefend Koepi steht eines der wichtigsten Berliner Haus-Projekte zur Disposition. Ein Aus für die Köpi würdedemo das Ende von über 17 Jahren selbstorganisierter, unkommerzieller Kultur und Politik bedeuteten. Ein Umstand der den Herrschenden nur gelegen kommt, geht es doch um Zerstörung linker Infrastruktur.

Auch die bundesweite Großrazzia am 9. Mai gegen rund 40 Objekte und Aktivist_Innen, im Zusammenhang mit den Anti-G8-Protesten, hatte die Lähmung und Ausspionierung antikapitalistischer Strukturen zum Ziel. Dies macht nur zu deutlich wie wenig dem Staat der Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse schmeckt. Ihre Antwort ist darum Repression.

Repression hat nur ein Ziel: zu schwächen, zu spalten und vom eigentlichen Kampf abzulenken. Jeder von uns soll schön mit seiner Repressions-Scheiße allein klarkommen.
Dabei geht es gerade jetzt, wo der Staat vor uns ausnahmsweise mal Muffensausen bekommt, darum zusammen zu halten. Wir müssen die verschiedenen Kämpfe der Linken zusammen führen und dürfen uns nicht durch die Medien in „friedliche“ und „gewaltbereite“ spalten lassen. Denn „gewaltbereit“ ist ein System, das uns weltweit die Lebensgrundlagen nimmt. Über 100 Menschen würden durch die Räumung der Köpi und des angrenzenden Wagenplatzes obdachlos werden. Die Räumung der Köpi muss nicht nur darum mit allen Mitteln verhindert werden. Der Kampf um die Köpi und die Kämpfe gegen den G8 sind untrennbar mit einander verknüpft. Beidem liegt eine elementare Forderung zu Grunde: Eine befreite Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung!

Kommt darum am 16. Juni nach Berlin zur internationalen Demo
Auftaktkundgebung ist am Adenauerplatz um 14:00
Gegen die G8-Repression! * Köpi bleibt Risikokapital! * Linke Politik verteidigen!

11. Juni 2007 redside

Hardcore. Punk. Concert

Konzert mit:

  • DENY EVERYTHING (No-Frills Straight Forward Hardcore - Köln)
  • ANNOTATION (The Ibbtown Problem Kids! 80ies HC-Punk Galore!)
  • THE DIMENSIONS (Punk-Rock / Ibbenbueren Lifetime meets The Clash!)

Fr. 29.06.07 | Kunstverein, Nürnberg

mehr dazu hier

11. Juni 2007 redside

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